Innere Prüfung


Standardverfahren

 

Oberirdische Tanks:

 

Bei der Inneren Prüfung von Flüssiggastanks erfolgt in der Regel keine Inspektion der inneren Wandungen mehr. Geprüft wird die Übereinstimmung der Tankausrüstung mit den Angaben in der Behälterakte, z. B. ob eine Überfüllsonde mit korrekter Peilrohrlänge oder Komponenten mit einer Druckfestigkeit entsprechend den neuesten Vorschriften eingebaut sind. Durch den Einbau eines neuen Sicherheitsventils der vorgeschriebenen Druckstufe wird verhindert, dass es im Tank zu einer unzulässigen Drucküberschreitung kommt. Da die Verschraubungen an den seitlichen Flanschen und am Entwässerungsflansch dem zum Teil aggressiven Regenwasser ausgesetzt sind, werden auch diese einer Inaugenscheinnahme unterzogen und sind häufig gegen neue auszuwechseln.
Zur Durchführung dieser Arbeiten ist der Tank zu entleeren und unter Einsatz von Spezialkompressoren drucklos zu pumpen. Bei diesen Arbeiten treten nur ganz geringe Gasverluste auf.
Nicht mehr zum Tank gehörend aber sicherheitstechnisch wichtig sind Regler mit einem sogenannten Sicherheitsabschaltventil (SAV), welches ein unkontrolliertes Ausströmen von Gas verhindert, sowie der Einbau von Isolierstücken in der Rohrleitung zur Vermeidung von galvanischen Strömen.

 

Unterirdische Tanks:

 

Im Gegensatz zu den oberirdischen Tanks werden unterirdische Tanks geöffnet. Wie bei den zuvor genannten oberirdischen Tanks erfolgt eine Entleerung und zusätzlich eine Spülung mit Luft, um die Begehung durch einen Sachverständigen zur Kontrolle der Schweißnähte, der Rundheit und der Oberflächenbeschaffenheit zu ermöglichen. Der Rest der Prüfung ist identisch mit der Prüfung von oberirdischen Tanks. Anschließend wird der Tank wieder verschlossen und befüllt. Das Luft-Gas-Gemisch, das sich während der Prüfung im Tank gebildet hat, wird wieder in die Atmosphäre entlassen. Hierbei treten nicht zu vermeidende, geringe Gasverluste in Höhe von 1 bis 2 Volumen-Prozent auf.


Stromeinspeiseverfahren

 

Beim Stromeinspeiseverfahren wird die den Tank umgebende Schutzschicht geprüft, die den unterirdisch eingelagerten Tank vor korrosiven Angriffen (Rostbildung) durch Regenwasser, Humussäuren oder galvanischen Strömen schützt. Durch Anlegen einer Spannung an den Tank wird der über eine in das Erdreich eingeführte Metallsonde fließende Strom bzw. der Widerstand der Behälterisolation bestimmt. Bei Unterschreiten eines festgelegten Widerstands-Grenzwertes müssen mögliche Fehlstellen ausgeschlossen werden. Diese sind sehr häufig die auf der Tankoberseite befindlichen Hebeösen, da zum Zeitpunkt der Einlagerung des Tankes dieses Prüfverfahren noch nicht bekannt war und eine Verletzung der Isolation folgenlos war. Weitere Fehlstellen können der leitend mit dem Tank verbundene Domschacht oder eine nicht isolierte Rohrleitung sein. Erst wenn alle diese möglichen Fehlerquellen durch Nachisolierung oder Montageänderung ausgeschlossen sind und die Messwerte nicht den Forderungen entsprechen, ist von einer fehlerhaften Isolation des Tankes auszugehen, die weitere Maßnahmen erfordert, wie beispielsweise den Einbau einer Kathodischen-Korrosions-Schutz-Anlage (KKS).

 

Schallemissionsverfahren

 

Die Schallemissionsprüfung ist wie die Stromeinspeiseprüfung ein passives Prüfverfahren. Bei diesem Verfahren wird der Tank einer über das normalbetriebliche Maß hinausgehenden Druckbelastung ausgesetzt, im Laufe derer es z.B. aufgrund lokaler Spannungsüberschreitung, Materialfehler oder Schweißnahtrissen zu einem Bewegungssprung mit entsprechender Schallemission oder Schwingungs-Signal führt, die über am Tank angelegte Sensoren aufgenommen und in der Regel lokalisiert werden können. Über die Schwingungsamplitude (die Mächtigkeit der Schwingung) lassen sich gewisse Rückschlüsse über die Größe eines Material- oder Schweißfehlers ziehen. In seltenen Fällen erfordert das Ergebnis Zusatzprüfungen oder führt zu dem Schluss, dass ein Tank ersetzt werden muss.

 

Wasserdruckprüfung

 

Bei der Wasserdruckprüfung handelt es sich um eine Zusatzprüfung bei unterirdischen Tanks, die an bitumenbeschichteten Tanks alle 10 Jahre durchzuführen ist. Hierunter fallen Behälter, die vor ca. 1986 gebaut wurden. Bei der Wasserdruckprüfung handelt es sich um eine Festigkeitsprüfung, bei der der Tank mit dem 1,3-fachen maximalen Betriebsdruck beaufschlagt wird (ca. 20 bar). Über die Notwendigkeit der Durchführung dieser Prüfung herrscht oft große Unklarheit. Maßgebend ist die Beschichtung. Mit der Einführung der Epoxydharzbeschichtung anstelle der Bitumenbeschichtung in den 80er-Jahren wurde diese Art der Prüfung für neuere Modelle abgeschafft. Angaben zur Beschichtung finden sich in der Behälterakte, die dem Betreiber mit jedem Tank ausgehändigt wird.